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Der Test: Polar RCX5 samt WearLink+ Hybrid, Polar G5 GPS, s3+ Laufsensor und DataLink USB Stick

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Polar RCX5 samt optionalen Zubehör G5 GPS Sensor und s3+ Laufsensor

Es ist einige Zeit her, dass Polar offiziell seinen neuen Triathlon- und Multisportcomputer RXC5 vorgestellt hat, deshalb ist es umso erfreulicher ist, dass Polar Deutschland uns ein Produktset mit allem nötigen Zubehör bereitgestellt hat. So können wir alle Bestandteile des „RCX5 Universums“ ausführlich durchtesten und hier vorstellen. Unser „Testset“ besteht im Einzelnen aus folgende Komponenten:

  • RCX5 Armbandempfänger
  • WearLink+ Hybrid
  • G5 GPS Sensor
  • S3+ Laufsensor
  • DataLink USB Interface

Zudem verfüge ich über ein weitreichendes Polar Sammelsurium, so dass ich viele bestehenden Bestandteile wie einen Polar G3 GPS Sensor oder auch einen WearLink+ coded mit der neuen RCX5 ausprobieren konnte. Positives Fazit ist, dass die Polar RCX5 quasi mit jedem aktuellen Polar Gurt betrieben werden kann und auch die neuen Sensoren mit einer Ausnahme zu allen älteren Gerätegeneration passen.

Polar KompatibilitätsübersichtDie genaue Kompatibilitätsübersicht habe ich  in nebenstehender Exceltabelle zusammengestellt und werde versuchen diese fortlaufend zupflegen. Erstmalig seiddem Jahr 2000 ist ein Polar Topgerät nicht mehr mit der herstellereigenen ProTrainer 5 Trainingssoftware (vormals Precision Performance) kompatibel, sondern nur mit der für PC und Mac erhältlichen WebSync Software. Diese kann zum Einen die Daten automatisch an den polarpersonaltrainer.com übertragen und zum Anderen bei den neueren Polar Geräten die jeweiligen Einstellungen direkt verändern bzw. auch Daten auslesen und auf der Festplatte speichern. Dazu aber später im Abschnitt WebSync und polarpersonaltrainer.com Webservice mehr. Wie immer gliedert sich mein Test mehrere Teile.

Die Hardware: Polar RCX5 Triathloncomputer samt WearLink+ Hybrid, G5 GPS Sensor und s3+ Laufsensor
Die Software und das Webportal: Polar WebSync und polarpersonaltrainer.com (folgt bald)
Der Datenexport: Wie exportiere ich Daten von der RCX5 in die TrainingLab Pro Software (oder anderen Softwarelösungen)
Unser Fazit und persönliche Erfahrungen mit dem Gerät (folgt bald)

Die Hardware: Polar RCX5 Triathlon Computer samt WearLink+ Hybrid, G5 GPS Sensor und s3+ Laufsensor

Um es erst einmal kurz vorweg zu nehmen. Nachfolgend die von Polar publizierten Hauptneuerungen der RCX5 im Überblick:

  • WearLink+ Hybrid – Neben der digitalen Übertragung nun auch wieder Herzfrequenzmessung im und unter Wasser
  • SportProfile – Für jede Sportart können spezifische Einstellungen und Sensoren unabhängig hinterlegt werden
  • RacePace – Einstellung einer Zielzeit und sekundengenauer Soll-/Ist Vergleich im Wettkampf
  • ZoneOptimizer – Anpassung der Trainingszonen an die tägliche Verfassung

Das Design der neuen Polar RCX5 erinnert, zumindest die Älteren von uns, ein wenig an die ProTrainer Serie der späten 90er Jahre. Nichtdestotrotz kann man beide Serien nicht wirklich miteinander vergleichen. Die Frontseite des neuen finnischen Triathlonflaggschiffs ist fast komplett in Glas gehalten, welches in einen dünnen Metallrahmen eingefasst ist. Dabei sind die Knöpfe seitlich angeordnet, aber so platziert, dass Sie im Gegensatz zur alten RS-Serie nicht so leicht versehentlich gedrückt werden können. Der rote Start-/Lap Knopf ist von der Gehäuseoberseite an die Seite in den Bereich des Armbandansatz „gewandert“. Da die Taste zudem kleiner ist, war ich zunächst skeptisch, ob dies der richtige Weg ist! Aber alle Tasten lassen sich selbst bei intensiven Training gut bedienen und reagieren augenblicklich auf die Nutzereingaben. Im Vergleich zur RS800cx ist das Gehäuse etwas flacher geworden und wird auf der Rückseite von einem Batteriefachdeckel aus Metall verziert. Diese Verkleinerung hat allerdings auch Ihren Preis, da Polar den im High-End Bereich obligatorischen barometrischen Höhensensor erstmals seit Jahren entfallen hat lassen. Ob hierfür der Garmin’s 310xt Triathloncomputer Pate Stand, sei mal dahin gestellt. Aber zurück zum Gehäuse des RCX5. Durch die großzügige Verwendung von Quarzglas, ist das Gerät sehr robust. Quarzglas gehört zu den Härtesten und somit unempfindlichste Werkstoff für so ein Gerät. Zudem scheint die Oberflächenbehandlung des umgebenden Metallrahmens ebenfalls sehr robust zu sein, so dass sich auch hier eine längere Haltbarkeit erreicht wird. Dies muss aber in den nächsten Monaten letztlich der „harte“ Einsatz im Alltag erst bestätigen. Die ersten Wochen hat mein Gerät jedenfalls klaglos überstanden.

Garmin FR60, Polar RCX5 und Polar RS800cx von VorneGarmin FR60, Polar RCX5 und Polar RS800cx von Vorne linksGarmin FR60, Polar RCX5 und Polar RS800cx von der Seite

Garmin FR60, Polar RCX5 und Polar RS800cx (v.l.n.r)

WearLink+ Hybrid – Neben der digitale Übertragung nun auch wieder Herzfrequenzmessung im und unter Wasser

Im neuen WearLink+ Hybrid vereint Polar die Vorteile der störungsunempfindlichen Übertragung im 2,4GHz Vereich mit jener im Wasser funktionierenden 5kHz Übertragungstechnik. Davon bekommt der Nutzer allerdings nicht wirklich etwas mit, da die RCX5 je nach Situation automatisch im Hintergrund die Übertragungsfrequenz wechseln kann. Wie schon erwähnt, ist der positive Nebeneffekt, dass die RCX5 mit quasi jedem Polar Pulsgurt und auch der WearLink+ Hybrid mit jeder neueren Polar Pulsuhr oder auch aktuellen Geräten im Fitnesstudio funktioniert. Alte Sensoren haben also nicht ausgedient, sondern können im Auto oder sonst wo als Ersatzgurt abgelegt werden um mal einen zu Hause vergessenen Brustgurt kompensieren zu können.

Polar RCX5

Polar RCX5 im Uhrzeitmodus

Ebenfalls den Polar-Neuheiten der letzten Zeit folgend, besitz die RCX5 ein sogenanntes Dot-Matrix Display. Diese bietet viele verschiedene Anzeigemöglichkeiten und stellt gerade die Menüs und Trainingsdisplay gut dar. Wem an dieser Stelle Dot-matrix nichts sagt, sei erklärt, dass sich das Display, wie bei einem PC-Monitor aus vielen einzelnen kleinen Punkten zusammen setzt. Viele LCDs bei Sportcomputern besitzen das klassische Digitalziffern Layout, bei welchem jedes Zeichen aus einzelnen zu einer acht zusammen gefügten Strichen besteht. Um allerdings Buchstaben,  Wörter oder gar ganze Sätze zu formen, sind diese Displays eher ungeeignet. Die Menüstruktur lehnen die Finnen an jene der Vorgängergenerationen an, so dass Nutzer der S- oder RS-Serie sich gleich wie zu Hause fühlen. Nur in den Bereichen, in welchen Neuerungen eingeführt wurden, wurde notwendiger Weise Hand angelegt.

SportProfileFür jede Sportart können spezifische Einstellungen und Sensoren unabhängig hinterlegt werden

Symbole für Sportprofile

SportProfile und Sensorsuche bei der Polar RCX5

Polar RCX5 Vorschaumodus vor Trainingsbeginn

Dies betrifft insbesondere die neu eingeführten „SportProfile“. Mit den SportProfilen löst Polar das alte Schema, welches dem Benutzer eine bestimmte Anzahl an Schuhen und Rädern vorgegeben hat, ab. Nun hat man die Möglichkeit bis zu 15 Sportarten auf seinem Gerät zu hinterlegen und an diese Sportprofile kann man jeweils eine feste Sensorkombination mit ggf. nur für diese Sportart gültige Einstellung knüpfen. Im Extremfall können Radfahrer zehn oder mehre Räder bzw. Läufer eben so viele Laufsportarten (zum Beispiel für jeden Schuh) vorgeben. Zudem gehört zu jedem SportProfil eines von insgesamt 32 verschiedenen Icons, welches man in der Voransicht angezeigt bekommt und einem in dieser auch den Zustand der jeweiligen Sensoren mittels Spirale für die Suche, Haken für einen gefunden Sensor und ein Ausrufezeichen für nichtgefundene Sensoren anzeigt. Einem neues Sportprofil kann man nur mit Hilfe der WebSync Software erstellen und hierbei muss man sich entscheiden, welche  Sensorkombination als Grundlage gewählt werden soll. Zur Auswahl stehen „Laufen“ (Herzfrequenz, GPS und/oder Laufsensor), „Rad fahren“ (Herzfrequenz, GPS, Geschwindigkeits- und/oder Trittfrequenzsensor), „Schwimmen“ (Herzfrequenz) oder „Sonstiges“ (Herzfrequenz und/oder GPS Sensor). Bei der Benennung des neuen Sportprofils ist man ziemlich frei in seiner Auswahl und man kann auf jeden Fall auch längere Ausdrucke wie „Mountainbike“ verwenden.

Je nach gewählter Vorauswahl stehen einem bei den Sportprofilen folgende Einstellungsmöglichkeiten sowohl auf der RCX5 selbst, als auch im Einstellungsmenü der WebSync Software zur Verfügung:

Einstellungsmöglichkeiten von SportProfilen auf der Polar RCX5

Verschiedenen Anzeigemöglichkeiten der Polar RCX5

Die verschiedenen Zoom-Ansichten der Polar RCX5

Die Tabelle sollte soweit selbsterklärend sein. Allerdings sei zu den Trainingsdisplays gesagt, dass sich für jedes einzelne Sportprofil zwischen einem und sechs Displaysätze mit jeweils vier Anzeigewerten konfigurieren lassen. Allerdings muss man nicht alle Displays aktivieren, so dass man zum Beispiel im Training nur drei Displays mit jeweils bis zu vier Anzeigewerten verwenden kann. Während des Trainings kann man durch diese mit Hilfe der rechten Tasten scrollen. Zudem kann die oberste und unterste Zeile gezoomt werden. Hierfür hält man entsprechend die obere oder untere Taste für 2-3sek gedrückt und die jeweilige Zeile wird doppelt so groß dargestellt. In diesem falle wird die entsprechende mittlere Zeile ausgeblendet. Vergrößern kann man die mittlere Zeile im übrigen nicht. Die Uhr merkt sich die Einstellungen fürs nächste Training. Mögliche Datenfelder der Polar RCX5Sofern man eine Zeile vergrößert, bleibt sie dies, bis man sie wieder manuell per 2-3sek dauernden Tastendruck verkleinert. Der Vollständigkeit sind auf der rechten Seite alle möglichen Datenfelder aufgeführt.

RacePaceEinstellung einer Zielzeit und sekundengenauer Soll-/Ist Vergleich im Wettkampf

Polar RacePace

Polar RCX5 RacePace Ansicht

Eine richtig geniale Funktion ist die RacePace. Dieses Feature muss man vorab mit der gewünschten Distanz und Zielzeit programmieren und man bekommt nun im Training ein weiteres Trainingsdisplay hinzu. Auf diesem Display wird im oberen Bereich ein dynamisches Bildchen eigeblendet. Auf diesem ist ein „Läufer“ zu sehen, welcher auf einer gerade Linie läuft. Die Nase in der Bildmitte symbolisiert den Pacemaker. Befindet sich der Läufer genau über ihr, So läuft er momentan in der gewünschten Zielzeit. Läuft er in die Rechte Bildschirmhälfte, so hat man einen Vorsprung. Befindet er sich allerdings in der linken Hälfte, so läuft man seiner Zielzeit hinterher. Den entsprechenden Vorsprung sieht man dann auch als negative zeit links oben angezeigt. Rückstand summiert sich entsprechend zu einer positiven Zeit auf und wird einem in der rechten oberen Bildecke angezeigt. Unter der Linie wird einem links das Tempo angezeigt, welches man noch laufen müsste um mit der gewünschten zeit im Ziel einzutreffen. Läuft man die erste Rennhälfte also schneller als geplant, signalisiert dies einem die RCX5 indem man entsprechend eine langsamere Zeit für die restliche Distanz angezeigt bekommt. Die verbleibende Distanz wird rechts daneben ebenfalls noch runtergezählt. Darunter wird dem Nutzer in einer eigenen Zeile das momentane Tempo und die Herzfrequenz (je nach Voreinstellung in bpm oder % der HFmax) angezeigt. Die RacePace ist ein genialer Begleiter für den Wettkampf. Einziger Wehrmutstropfen hierbei ist, dass man diesen Modus gesondert aktivieren muss. Was vor einem Marathon im Startblock kein Problem darstellt, ist in der Triathlonwechselzone eine frickelige Angelegenheit.

ZoneOptimizerAnpassung der Trainingszonen an die tägliche Verfassung

Polar ZoneOptimizer

Als letzte auffällige Neuerung hat Polar den ZoneOptimzer eingeführt. Die Idee dahinter ist, dass man vor dem eigentlichen Training ein standardisiertes Aufwärmprogramm hinter sich bringt. Man steigert in gewissen vorgegebenen Maßen die Herzfrequenz. Selbstverstänldlich kann die ZoneOptimizer Bestimmung und das eigentliche Training ineinander übergehen, so dass man da nicht „abgetrennte“ Einheiten hat. Hauptsächlich durch die Bestimmung der Herzfrequenzvariabilität, aber auch von diversen anderen Faktoren, bestimmt die RCX5 den aktuellen Erholungszustand des Sportlers. Je nachdem wie ermüdet er durch die vorherigen Trainingseinheiten ist, reduziert oder erhöht der Herzfrequenzmesser die Grenzwerte der jeweiligen Herzfrequenzzielzonen. In Verbindung mit dem polarpersonaltrainer.com Webservice kann dies eine nützliche Erweiterung des Trainings und eine bessere Trainingssteuerung bieten. Allerdings nur, sofern man es mit keiner oder nur mäßig durchgezogener Trainingsplanung zu tun hat. Für ambitioniertere Sportler ist der ZoneOptimizer eher eine Spielerei, da viele Verallgemeinerungen es für jenen eher unbrauchbar machen. So setzt der ZoneOptimizer einen Standard Zonensatz voraus, der jeweils durch 50-60%, 60-70% … der maximalen Herzfrequenz definiert ist. Ein abweichen und genaueres Parametrieren anhand der aeroben oder anaeroben Schwellenwerte sieht Polar nicht vor. Auch wird dieser Zonensatz mit der maximalen Herzfrequenz des Benutzers Sportunabhängig nachdem selben Muster berechnet. Hierbei können die maximalen Herzfrequenzen zweier Sportarten, wie zum Beispiel „Rad fahren“ und „Schwimmen“ sehr unterschiedlich ausfallen.

G5 GPS SensorGeschrumpfter GPS Pod mit integriertem LiIon Akku

Polar G5 GPS Sensor vs. Polar G3 GPS Sensor

Polar G5 GPS Sensor samt Zubehör (links) und Polar G3 GPS Sensor (rechts)

Gut dreieinhalb Jahre nach seiner Einführung hat Polar seinem G3 GPS Sensor eine zeitgemäße Verjüngungskur durchgeführt. Der neue Sensor bezeichnet Polar als G5 GPS Sensor. Außer der deutlich verkleinerten Dimensionen, von der Zigarettenschachtel zum Zippo Feuerzeug, hat sich auch die Anbringungsart etwas geändert. Bot der alte Sensor noch mittels eines Klemmmechanismuses einem einfachen Gurt mit Klettverschluss platz, wird der G5 GPS Sensor in ein speziell angepasstes Oberarmband geschoben. Radfahrer oder Wanderer stecken einfach den blanken Sensor in die Rückentasche oder das Rucksachfach. Der Nachteile des Neuen gegenüber seinem Vorgänger ist die Wasserdichtigkeit und dass man die Batterie nicht einfach wechseln kann. Während das Vorgängermodell von Handelsüblichen Batterien bzw. Akkus des Typs AA „angetrieben“ wurde, ist der Akku nun fest integriert und kann nur über den MicroUSB Anschluß geladen werden. Dies bedeutet, sobald der Akku leer ist, bedeutet dies eine Zwangspause von ca. 2h bis der Akku wieder geladen ist. Beim Polar G3 GPS Sensor konnte man mit Hilfe einer 20 Cent Münze die Batterie innerhalb von ein oder zwei Minuten wechseln und hatte somit wieder die volle Laufzeit zur Verfügung. Da der neue Sensor schon über den angesprochenen MicroUSB Port verfügt, ist es nicht mehr Wasserdicht, sondern bietet lediglich einen Spritzwasserschutz nach IPX7 Standard.

Nun aber zur Funktionsweise. Der G5 GPS Sensor hat ebenfalls nur einen An und Ausschalter und bietet somit keine Optionsmöglichkeit. Einmal eingeschaltet fällt einem der große Unterschied zu seinem Vorgänger aus. Er benötigt wesentlich weniger Zeit um genügend Satelliten für genaue Berechnungen zu finden. Beim G3 hat dies schon mal 2-3min im Extremfall 5min gedauert. Der G5 findet seine Satelliten meist in 30-45sek. Wenn er regelmäßig benutzt wird, geht es meist noch schneller, da er die Satellitendaten sich zwei Tage im Voraus merken kann. Beide Tatsachen lassen Polar hier wieder auf den GPS-Geräte Marktführer Garmin aufließen. So konnte ich bei Aufgezeichneten Strecken Qualitativ keinen Unterschied zwischen Polar G5 GPS Sensor und dem Garmin FR610 feststellen. Aber davon kann sich jeder selbst ein Bild anhand meines Testparcours machen:

Vergleich der GPS Aufzeichung des Polar G5 GPS Sensors (rot), G3 GPS Sensors (lachs) und des Garmin Forerunners 610 (blau)

s3+ LaufsensorFacelift eines alten Bekannten?

Der letzte neue Baustein im RCX5 Universum Universum ist der s3+ Laufsensor. Wer zunächst mehr über die technischen Hintergründe von Laufsensoren erfahren möchte, finden diese im Artikel „Technischer Hintergrund der Polar Laufsensoren“. Äußerlich unterscheidet er sich nur anhand der Farbe und des etwas geänderten Batteriefachdesigns von seinen Vorgängern. Lediglich die neue Schuhhalterung unterscheidet sich deutlich von der des silbernen s3 Laufsensors. Mit der neuen Halterung soll der Sensor deutlich fester am Schuh sitzen und dadurch etwas genauere Messwerte liefern. Zudem hat man hin und wieder in Foren lesen können, dass der ein oder andere s3 Laufsensor während eines Wettkampfes durch einen Stolperers oder Fußkontakt zum Vordermann /-frau abhanden gekommen ist. Dies soll mit Hilfe der neueren Halterung nicht mehr passieren können. Allerdings erkauft Polar diese Sicherheit zu einem hohen Preis. Allein die Halterung des  s3+ Sensor wiegt soviel wie der gesamte Garmin SDM4 Laufsensor und zudem muss man um die Halterung zum Befestigen oder Entfernen die Schnürsenkel komplett entfernen.

Vergelich der Kaliebrierungsfaktoren verschiedenen Laufsensoren in Abhängigkeit der Geschwindigkeit

Vergelich der Kaliebrierungsfaktoren verschiedenen Laufsensoren in Abhängigkeit der Geschwindigkeit

Allerdings sind es hauptsächlich die „inneren“ Werte, welche bei einem solchen Gerät überzeugen müssen. Und dort schlägt sich der Polar s3+ Laufsensor, gegenüber seinem Vorgänger Polar s3 und der Konkurenz, aus meiner Sicht überraschend gut. Bei meinem üblichen geschwindigkeitsabhängigen Kalibrierungsfaktor Diagramm sieht man sofort die Vorteile. Diese sind eine vergleichsweise geringe Abweichung von der Basiseinstellung (1.000) und eine geringe Steigung über den gesamten Geschwindigkeitsbereich. Aber zunächst einmal eine kurze Erklärung, was das Diagramm überhaupt darstellt. Meinen langjährigen Erfahrungen nach sind Laufsensoren unter reproduzierbaren Bedingungen hauptsächlich von der Laufgeschwindigkeit des Läufers abhängig. Sprich unterschiedliche Laufgeschwindigkeiten ergeben unterschiedliche Kalibrierungsfaktoren. Und genau dies bildet das Schaubild ab. Auf der waagrechten Achse nimmt die Geschwindigkeit von links nach rechts von 4:15min/km auf 5:30min/km ab. Nach oben ist dann der jeweilige Kalibrierungsfaktor aufgetragen. Daraus lassen sich dann direkt zwei Dinge ablesen. Je näher die Kurve des Laufsensors an der 1.000 Marke ist, desto besser ist der Sensor im nicht kalibrierten Zustand. Die zweite Eigenschaft der Kurve, nämlich die Steigung, sagt aus, wie gut sich der Sensor kalibrieren lässt. Zur Verdeutlichung hierfür habe ich jeweils eine lineare Näherung eingeblendet. Je waagrechter die Näherung, umso besser lässt sich der Sensor auf den jeweiligen Laufstiel einstellen. Als Anmerkung hierbei sei aber gesagt, dass diese Kurven jeweils mehr als 1.000 Trainingskilometer mit dem jeweiligen Sensor wiederspiegeln, allerdings immer von ein und der selben Person und reproduzierbaren Bedingungen auf meiner oben abgebildeten „Hausrunde“. Das Fazit über den  s3+ lautet, dass er, verglichen mit den anderen schon sehr genauen Laufsensoren, die genauesten Werte sowohl kalibriert als auch nicht kalibriert liefert. Unter gleichbleibenden Bedingungen bleibt er bei der Distanzmessung auf Augenhöhe mit GPS und liefert zusätzlich eine aktuelle Paceangabe sowie natürlich die Schrittfrequenz. Wer nun nicht weiß, was der Unterschied zwischen kalibriert und unkalibriert kennt, kann sich im Artikel „Den Laufsensor richtig kalibrieren“ eine genauere Vorstellung verschaffen.

Polar s3+ (vorne), Polar s3 (hinten und Garmin SDM4 (rechts) LaufsensorenPolar s3+ (vorne), Polar s3 (hinten und Garmin SDM4 (rechts) Laufsensoren

Polar s3+ (vorne), Polar s3 (hinten und Garmin SDM4 (rechts) Laufsensoren

Die Polar RCX5 für Triathleten, Radfahrer oder Läufer

Generell ist die Polar RCX5 das beste „Stück“ Sportelektronik, welches ich jemals getestet habe. Die Funktionen sind (größtenteils) durchdacht und die Benutzung macht auf Grund des sehr gelungenen Benutzerinterfaces, dem kontrastreichen LCD-Displays und der unterschiedlichen Töne viel Spaß. Im Training schlägt sich die RCX5 hervorragend, sofern es um Zuverlässigkeit, lange Batterielaufzeiten und übersichtliche Darstellung geht. Dazu tragen nicht zuletzt die wieder hergestellte Kompatibilität zu Cardiogeräten im Fitnesstudio oder auch die HeartTouch Funktion bei, mit welcher man im Winter zum Beispiel ohne Tastendruck die Displaybeleuchtung für einige Sekunden einschalten kann oder im Sommer einfach eine Lap/Runde berührungslos „abdrückt“.

Die Triathleten spricht Polar gezielt mit seiner Marketingkampagne an. In der Tat eignet sich die Uhr für diesen Einsatz auf Grund der Wasserdichtigkeit und Herzfrequenzübertragung im Wasser hervorragend. Einzige Mankos, außer den schon allgemein hier Aufgezählten, dürfte sein, dass der Wechsel im Wettkampf zwischen zwei SportProfilen immer noch drei Tastendrucke benötigt. Man muss die Aufzeichnung, wie schon bei der RS800cx, mit einem Tastendruck links unten pausieren, dann wählt man im erscheinenden Auswahlmenü mit Hilfe der rechten Tasten das nächste SportProfil und setzt die Aufzeichnung mit einem Druck auf die rote Start-/Laptaste fort. Dies hat zudem zur Folge, dass es auch keine Gesamtzeit für den kompletten Wettkampf gibt. Nach jedem Wechsel des Sportprofils, beginnt die Stoppuhr erneut von „null“ an. Der weiterer unglückliche Punkt ist die Aktivierung der RacePace Funktion während des Wettkampfes. Diese Funktion muss man momentan explizit über „Anwendung“ >> „Renntempo“ starten. Im Wettkampf ist dies wohl für die Meisten unvorstellbar (kompliziert) und somit nicht interessant.

Den Radfahrern wird auf der einen Seite ein integrierter barometrischer Höhensensor und auf der anderen Seite die Tatsache dass es sich um eine Uhr handelt sauer aufstoßen. Ansonsten ist auch hier die RCX5 am Lenker montiert ein idealer Trainingspartner. Eventuell ergänzt Polar bei seinem Webservice die Möglichkeit mit Hilfe der GPS Daten nachträglich über die Kartenanwendung die Höhenmeter zu extrahieren und somit eine relativ genaue Höhenkurve samt Gesamtwerten darstellen zu können. Momentan ist diese Eigenschaft aber noch nicht umgesetzt.

Die Läufer bekommen, obwohl nicht explizit mit speziellen Werbematerial überschüttet, dass meiner Meinung nach beste Paket für Ihre Ansprüche. Egal ob mit GPS oder Laufsensor, der RCX5 besticht hier im Wettkampf besonders durch sein RacePace Feature. Den fehlenden Höhensensor können die Läufer auch am Einfachsten verschmerzen.

Die Hardware: Polar RCX5 Triathloncomputer samt WearLink+ Hybrid
Die Software und das Webportal: Polar WebSync und polarpersonaltrainer.com (folgt bald)
Der Datenexport: Wie exportiere ich Daten von der RCX5 in die TrainingLab Pro Software (oder anderen Softwarelösungen)
Mein Fazit und persönlichen Erfahrungen (folgt bald)

Stand: 06.12.2013

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